(Weigel, Hans) Ps. H. W. Unartmann: Med ana schwoazzn maschn.

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Seltenes Flugblatt, das Hans Weigel im Jahr 1958 als Reaktion auf die unreflektierte Begeisterung von Gesellschaft und Kritik für die Wiener Dialektpoesie anlässlich des Erscheinens von H.C. Artmanns Gedichtband „med ana schwoazzn dintn. gedichta r aus bradnsee“ verfasste.

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Beschreibung

(Weigel, Hans) Ps. H. W. Unartmann:

Med ana schwoazzn maschn.

o.O. (Wien), o.J. (1958).

(Anonyme Flugblätter des XX. Jahrhunderts, 2. Folge)

1 maschinengeschriebenes Blatt, A4, hektographisch vervielfältigt und handschriftlich nummeriert. „Einmalige Auflage von 100 Exemplaren. Dieses Exemplar trägt die Nummer 1. Lesen, abschreiben, weitergeben!“

Die Nummerierung eventuell eigenhändig von Hans Weigel. Mit 4 Gedichten im Stile H.C. Artmanns: „es faanl“, „dar dichda“, „bradnseelmeia“, „es liidl fum schean“.

Zustand: Randlochung (ohne Textverlust), geglättete Faltspuren, leicht gebräunt, kleiner Brandfleck am oberen Blattrand (ohne Textverlust)

Seltenes Flugblatt, das Hans Weigel im Jahr 1958 als Reaktion auf die unreflektierte Begeisterung von Gesellschaft und Kritik für die Wiener Dialektpoesie in Verkennung des kritischen Untertones anlässlich des Erscheinens von H.C. Artmanns Gedichtband „med ana schwoazzn dintn. gedichta r aus bradnsee“ verfasste. In vier Dialektgedichten im Stile Artmanns prangerte er im direkten Angriff auf den Dichter und sein Werk die Lächerlichkeit der Dialektpoesie an. „Diese Parodien auf den Mundart-Artmann und seine Mundart-Unart entstanden, als die „schwoaze dintn“ erschien, doch wiederstand ich damals der Versuchung, den Ausfluss meines Zorns zu veröffentlichen. Seither ist aber eine wahre Artmann-Manie zu verzeichnen… da kann der Schrei, mit dem die ganze Richtung nach der Parodie schreit, nicht länger ungehört bleiben.“ (Hans Weigl in: Heute. Wochenzeitung, 24.Oktober 1959: „Med ana schwoazzn maschn“ (zit. nach: Sabine Hahlweg: „Das Verhältnis von Kunst und Politik in Österreich am Beispiel der Wiener Gruppe. Dipl. Arbeit. Wien 2009. S. 49-50.).

Das Gedicht „bradnseelmeia“ , bezieht sich auf den bekannt konservativen Kunsthistoriker Hans Sedlmayer, der das Vorwort zu Artmanns Gedichtband verfasst hatte:

bisd a buasch

seelmeia

bisd a moadsbuasch

bisd geng an bigasso

bisd geng an bragg

und geng an leggorbisiee

owa fia n aatman bisd

du moadsbuasch du

(Es sind 2 weitere Exemplare in öffentlichen Sammlungen bekannt)

Die Gedichte wurden 1965 in der Anthologie: „Ad absurdum. Parodien dieses Jahrhunderts.“ von Elisabeth Pablé erstmals in Buchform veröffentlicht.

Von den „Anonyme(n) Flugblätter des XX. Jahrhunderts“ erschienen bis 1969 3 Folgen.

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